Alfred Melchert

Geboren am 09.02.1961 in Wien
1979 Matura mit Spezialgebiet Bildnerisches Gestalten
1979/80 Hochschule für angewandte Kunst als Gast (Prof. Bazon Brock)
1981-83 Lehrgänge an der künstlerischen VHS (u.a. bei Prof. Fritz Martinz)
1982/83 Ausstellungen (u.a. im alten Wiener Südbahnhof)
1983-90 Studium der Rechtswissenschaften
Berufs- und familiär bedingte Schaffenspause
Arbeiten im privaten Bereich, für Zeitschriften und Auftragswerke
2013 bis 2019 Besuch zahlreicher Workshops und Seminare
2016 Aufnahme in die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
seit 2013 über 50 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland

Website des Künstlers

Referenzen (Auswahl)

2021 ART INNSBRUCK
2021 "Dys/Utopien", Kunsttreff Moosach, München
2021 Charity Kunstauktion, Albertina, Wien
2021 Einzelausstellung "KUNST TRIFFT WIRTSCHAFT", Galerie Kamp, Wien
2021 go beyond "ALLES AUSSER GEWÖHNLICH", KreativRaum Galerie, Wien
2020 Charity Kunstauktion, Albertina, Wien
2019 "The dark Side of the Year", Galerie district4art, Wien
2019 Galerie KRAS, Wien
2019 ART INNSBRUCK
2018 „Merry KleeeeMas“, Novomatic Forum Wien
2018 "100 Jahre Republik Österreich", Kunstnetz Wien
2018 Einzelausstellung "ProtoTypen", Art Gallery Vienna, Wien
2018 "Artweek Berlin", LDX Artodrome Gallery, Berlin
2018 Einzelausstellung "ausnahmsweise POP ART", KreativRaum Galerie, Wien
2017 International ART VIEW VIENNA
2017 „Art for all Season“, Art Connection Gallery, New York
2017 „Licht & Schatten“, Wachaumuseum, Weissenkirchen
2016 ART INNSBRUCK
2016 „VIERFALT“, Schloss Wilhelminenberg, Wien
2015 Einzelausstellung >spectrum<, Parkschlössl, Spittal/Drau
2014 International ART VIEW VIENNA

 

Werke

Am Anfang war die Zeichnung. Das Gegenständliche, Monochrome war lange Zeit das Maß aller Dinge. Langsam mischte sich Farbe dazu. Die Lust an der Farbigkeit - die Steigerung der Lebendigkeit - entwickelte sich bis hin zu rein kompositorischen Exkursen. Hunger nach Farbe, Durst nach Licht! Farben durchströmten meine Werke und heilten den Schwarzanteil der Seele. Kraft durch Farbe! Die farblichen Experimente veränderten meine Zeichnungen und gaben ihnen die notwendige Abstraktion.

Akt und Portrait bestimmten bisher meine künstlerische Position. Unabhängig davon wurde das Abstrakte zur dritten Säule. Und es begann sich langsam mit Akt und Portrait zu vermischen. Eine Synthese stetiger und gegenseitiger Durchdringung. Die größte Herausforderung dabei ist das authentische Zusammenführen der beiden gegensätzlichen Pole - Gegenständlichkeit und Abstraktion: die Form muss sich auflösen, das Abstrakte muss sich zur Form verdichten.

Als Kind meiner Zeit kommuniziere ich auch mit den Stilmitteln meiner Zeit. Comic und Street Art transformieren die Botschaft in eine Sprache, die dem Zeitgenossen geläufig ist und der gezielte Einsatz nackter Tatsachen schafft awareness. Die Stilrichtung PopArt wird aufgefrischt und um eine österreichische Variante bereichert.

Ein Werk ist für mich dann fertig, wenn ich es zum Leben erwecken konnte. Mit Worten zu erklären wie dies vor sich geht, ist schwer. Der Schöpfungsakt vollzieht sich zwar gewollt, aber das „Wie“ bleibt auch mir verborgen. Wenn ich das fertige Werk mit zeitlichem Abstand betrachte frage ich mich nicht selten, wie es überhaupt zu schaffen war und habe Zweifel, dass ich diesen Weg je wieder beschreiten könnte.

Neben der Beschäftigung mit dem Zweidimensionalen gab es auch Zeiten in denen ich mich mit Plastiken und Skulpturen befasste. Ich merkte jedoch, dass dies völlig neue Ausmaße annehmen könnte und ich sowohl der Malerei als auch der Zeichnung dadurch die notwendige Aufmerksamkeit entziehen würde. Eine Entscheidung war zu treffen, was allerdings nicht bedeutet, dass es keine Ausflüge mehr ins Dreidimensionale geben wird.

Ich bin der Überzeugung, dass (meine) Bilder ihre eigene Sprache haben und mit sensiblen Betrachtern auf höherer Ebene kommunizieren. Gibt es einen besseren Vermittler von Gefühlen als die Kunst? Kunst kann Emotionen materialisieren, sie festhalten und widerspiegeln. Ich habe versucht, meinen Bildern eine Geschichte erzählen zu lassen. Betrachtende konnten diese oft spüren. Die Dramaturgie kann von sensitiven Menschen intuitiv erfasst - emotional gelesen - werden. Darüber hinaus ist Kunst in der Lage, die Wirklichkeit zu antizipieren. Ihre Kraft schöpft sie dabei oft auch aus Krisen.

Meine Bilder male ich hauptsächlich auf Leinwand, früher auch auf Holz oder Malkarton. Ich bevorzuge quadratische Malgründe (80x80 oder 100x100 cm) und ausgefallene längliche Formate (150x50 cm), die sich besonders für stehende, figurative Abbildungen eignen. Daneben arbeite ich natürlich auch auf den „Klassikern“ 80x60 und 120x80.

Einerseits benutze ich Acrylfarben - meistens für Portraits – andererseits Ölfarben. Jedes meiner Bilder dient auch als Experimentierfeld für verschiedenste Materialien und unmögliche Kombinationen. Um meine Ideen umzusetzen scheue ich nicht davor zurück, alle zur Verfügung stehenden Techniken zu kombinieren und auszureizen. Für manche mag es einem Tabubruch gleichkommen, wenn ich ein klassisches Ölbild mit Graffiti Farben aus der Spraydose bearbeite. Aber gerade so ein Aufeinandertreffen schafft Spannung, stellt Althergebrachtes in Frage und erzwingt das Unerwartete. Neue Zeiten verlangen nach neuen Ausdrucksformen.